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Wie das 11.11-Shopping-Festival den eCommerce in China prägt

Das 11.11-Shopping-Festival ist zum grössten Online-Einkaufstag der Welt geworden. Marken nutzen Social Media, Influencer und strategische Lokalisierung, um Wirkung zu erzielen.

Werbebild des 11.11-Shopping-Festivals

Das Phänomen 11.11 im chinesischen eCommerce

Das 11.11-Shopping-Festival, oft Singles’ Day genannt, ist die grösste Online-Einkaufsveranstaltung der Welt. Ursprünglich als Feiertag für Singles in China gedacht, ist es heute ein zentrales Handelsereignis und bietet enorme Chancen für inländische wie internationale Marken. Jedes Jahr machen Millionen Käufer mit, jagen Rabatten und exklusiven Produkten hinterher. Für Unternehmen, die in den chinesischen eCommerce einsteigen oder ihre Präsenz heben wollen, ist der 11.11 eine zentrale Bühne.

In diesem Beitrag sehen wir uns an, wie Marken das Festival mit Markenlokalisierung, Social-Media-Engagement und Kooperationen mit chinesischen Influencern bespielen. Lokale Konsumtrends zu verstehen und sich darauf einzustellen, ist die Voraussetzung für Erfolg in einem der dynamischsten Handelsmärkte der Welt.

Ursprung und Entwicklung des 11.11

Das 11.11 ist aus dem Singles’ Day hervorgegangen, einem informellen Feiertag am 11. November, der über die viermal wiederholte „1” das Singledasein symbolisiert. Der Wendepunkt kam 2009, als Alibaba den Tag über Tmall in ein gewaltiges kommerzielles Event verwandelte, mit grossen Rabatten und Aktionen. Seitdem ist das Festival exponentiell gewachsen, 2021 standen über 139 Milliarden US-Dollar Umsatz auf der Anzeige. Damit ist es das grösste Online-Shopping-Event der Geschichte.

Der Termin zieht sich heute über mehrwöchige Kampagnen, mit Millionen Marken und ausgereifter Digital-Marketing-Arbeit. Für internationale Anbieter, besonders mit Plänen für eine China-Marken-Website oder einen Tmall-Cross-Border-Einstieg, ist der 11.11 eine goldene Gelegenheit.

Die Rolle der eCommerce-Plattformen

Der Erfolg des 11.11 wird massgeblich von Chinas dominierenden Plattformen wie Tmall und JD.com getragen. Sie liefern die Infrastruktur und fahren zugleich Kampagnen, die das Festival prägen.

  • Tmall: Als Premium-Marktplatz unter Alibaba beherbergt Tmall Pre-Sales, Livestream-Events und interaktive Einkaufsmomente, die lokale wie internationale Marken anziehen. Wer Tmall-Cross-Border-Dienste nutzt, erreicht Millionen chinesischer Käufer ohne physische Präsenz in China.

Tmalls 11.11-Countdown-Gala

Tmalls 11.11-Countdown-Gala, Quelle: Alibaba Group

  • JD.com: JD ist mit Logistik und schneller Lieferung ein Schlüsselspieler. Besonders für Elektronik und Konsumgüter trägt diese Stärke während des 11.11.

Launch der JD-11.11-Kampagne 2020

Launch der JD-11.11-Kampagne 2020, Quelle: JD.com

Die Rolle der Plattformen ist zentral. Sie schlagen die Brücke zwischen internationalen Marken und chinesischen Käufern und ermöglichen reibungslose Transaktionen.

Wirksame Marketing-Strategien zum 11.11

Marken brauchen gezielte Strategien, die lokale Käufer ansprechen. Rabatte allein reichen nicht. Wirksam sind unter anderem:

a) Chinesische Social-Plattformen für Markenbekanntheit

Bei über 80 Prozent aktiver Nutzung sozialer Medien spielen WeChat, Weibo, Douyin (Chinas TikTok) und Xiaohongshu (Little Red Book) eine zentrale Rolle bei Kaufentscheidungen. Marken können dort interaktive Inhalte bauen, die im Vorfeld des Festivals Erwartung erzeugen.

  • WeChat: Die Super-App vereint Shopping-Funktionen wie WeChat-Stores und Mini-Programme. Marken bewerben Produkte und verkaufen direkt in der App. WeChat-Marketing erreicht über eine Milliarde Nutzer und hebt die Erfolgschancen am 11.11.

  • Douyin: Bekannt für virale Kurzvideos, eröffnet Douyin den Marken kreative, visuell starke Spielräume, oft kombiniert mit Influencer-Kooperationen. Douyin-Cross-Border-Dienste helfen ausländischen Marken, das chinesische Publikum auf der Plattform zu erreichen.

Wer Social-Strategien und Performance-Marketing in China sauber verzahnt, leitet Traffic in die Tmall- oder JD-Shops und hält die eigenen Angebote im Kopf der Käufer.

b) Mit KOL (Key Opinion Leaders) zusammenarbeiten

Influencer-Marketing oder KOL-Marketing gehört zu den stärksten Werkzeugen, um am 11.11 Reichweite zu gewinnen. Chinesische KOL mit grosser Gefolgschaft heben Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit deutlich.

KOL haben das Vertrauen ihrer Follower, das macht Empfehlungen wirksam. Modemarken arbeiten mit Lifestyle-Influencern auf Xiaohongshu, Tech-Marken mit Gadget-Rezensenten auf Weibo.

So entstehen Aktivierungen, die zielgenaue Zielgruppen erreichen, Umsatz treiben und Loyalität festigen. Der richtige KOL muss zu Werten und Zielgruppe der Marke passen. Das entscheidet über die Wirkung.

c) Exklusive Produktstarts und event-spezifische Rabatte

Während des 11.11 erzeugen limitierte oder exklusive Produkte besonderes Interesse. Chinesische Käufer suchen einzigartige, event-spezifische Stücke, die Dringlichkeit schaffen. Luxusmarken wie Valentino und Burberry haben dort exklusive Kollektionen gelauncht und damit Umsatz und Prestige gleichzeitig gehoben.

Lokalisierung, etwa festival-spezifische Verpackung oder Kooperationen mit lokalen Designern, hebt die Attraktivität. Das erzeugt Exklusivität und bewegt zum Kauf.

d) Livestream als Zukunft des eCommerce in China

Livestream ist fester Bestandteil des 11.11. Plattformen wie Taobao Live lassen Marken Produkte zeigen, Fragen in Echtzeit beantworten und exklusive Deals setzen.

Top-Livestreamer wie Li Jiaqi, der „Lipstick King”, haben in einer einzigen Session Milliardenumsätze ausgelöst. Wer in Livestream investiert, hebt Engagement und Umsatz gleichzeitig.

Konsumtrends im 11.11

Wer den 11.11 nutzen will, muss die Trends kennen. Dazu gehören:

a) Gamification

Gamification ist ein zentraler Trend. Viele Plattformen integrieren Spielmechaniken, virtuelle Schatzjagden, interaktive Spiele, die Rabatte freischalten. So bleibt das Publikum im Spiel und die Teilnahme steigt.

b) Nachhaltiger Konsum

Jüngere chinesische Käufer setzen Nachhaltigkeit an erste Stelle. Viele Marken antworten mit umweltfreundlichen Produkten und grünen Initiativen. Wer nachhaltige Praktiken aufnimmt, trifft den Nerv und baut langfristige Loyalität.

Chancen für internationale Marken am 11.11

Das Festival eröffnet enorme Chancen, vor allem für Marken, die in den chinesischen eCommerce einsteigen. 2020 waren über 31.000 ausländische Marken aus 84 Ländern dabei. Zwei Punkte zählen besonders:

  • Inhalte lokalisieren: Botschaften an chinesische Vorlieben und kulturelle Feinheiten anpassen.

  • Cross-Border-eCommerce-Plattformen nutzen: Tmall Global und JD Worldwide ermöglichen Verkäufe in China ohne lokale Präsenz.

Das Potenzial des 11.11 ausschöpfen

Das 11.11 ist mehr als ein Rabatt-Tag. Es ist eine strategische Chance, Millionen Käufer zu erreichen, die Sichtbarkeit zu heben und im chinesischen eCommerce substanzielle Umsätze zu fahren. Mit chinesischen Social-Plattformen, KOL-Kooperationen, exklusiven Launches und Investitionen in Livestream stellen sich Marken erfolgreich auf.

Lokale Trends wie nachhaltigen Konsum und Gamification zu verstehen und aufzunehmen, ist der Schlüssel, um die Erträge dieses globalen Shopping-Events tatsächlich abzuholen.

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